Lieber Trap, jetzt kannst du „Katze“ sagen!

ROBERTO BERTONI BERNARDI
Condividi
PDF

versione italiana

85 Jahre: Herzlichen Glückwunsch, einzigartiger und unnachahmlicher Trap! Nur wenige Persönlichkeiten haben uns so viele Emotionen, Freude und Momente der Ausgelassenheit beschert wie er. Geboren in Cusano Milanino, dem Hinterland von Mailand (tief in der Lombardei gelegen), einer Gegend, die harte Arbeit und Opfer erfordert, war er ein Verteidiger, wie es ihn heute nicht mehr gibt. Auch deswegen machte er sein Glück beim AC Mailand von Nereo Rocco, wie ein berühmtes Liedchen lautete: “Maldini liberava in abito da sera / Trapattoni rischiavala galeraaaaa”, Maldini befreite imAbendanzug, Trapattoni riskierte den Knast. Rau wie er war, setzte er einst Pelé außer Kraft (beim Freundschaftsspiel Italien-Brasilien 1963). Schließlich war Trap kein Weltmeister und wollte auch keiner sein. Er war vielmehr ein solider Fußballer, der sich seines Talents und seiner Grenzen bewusst war, ein fantastischer game breaker, der ideale Partner für jeden Spitzenspieler, denn mit ihm im Rücken konnte man erfinderisch werden und sich austoben, ohne gegnerische Übergriffe befürchten zu müssen. Nicht umsonst war er mehr als ein Jahrzehnt lang eine der wichtigsten Pfeiler der Rot-Schwarzen, gewann zwei Meisterpokale und trug zum nationalen und internationalen Erfolg einer Mannschaft bei, die mit ihrem stählernen Temperament jedem Sturm trotzen konnte.

Nachdem er seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, widmete er sich der Trainerkarriere. Nach einer kurzen Lehrzeit als Assistent von Nereo Rocco wurde er von Präsident Giampiero Boniperti auserkoren, die neue Erfolgsserie nach der Ära von Carlo Parola einzuleiten. Zehn Jahre war er bei Juventus (1976 bis 1986). Diese Jahre waren nicht nur von Titelrekorden begleitet, darunter der wertvolle zweite Stern auf dem Trikot, sondern auch vom Gewinn aller internationalen Pokale, einschließlich der Trophäe, die in der blutigen Nacht von Heysel errungen wurde. Zugegeben, dieser Champions Cup gehört nicht zu den Höhepunkten der langen Geschichte der „Alten Dame“ (Beiname von Juve). Die Größe dieser Mannschaft steht jedoch außer Frage, auch angesichts des Beitrags, den sie 1982 in Spanien zum dritten WM-Sieg Italiens geleistet hat.

Auf Juventus folgte der Club Inter von Ernesto Pellegrini: 1989 ein weiterer Scudetto mit der Rekordzahl an Punkten (58) in Einrunden-Turnieren, wo ein Sieg noch zwei Punkte zählte. Überall war Trapattoni Akteur, selbst bei Juve nach Luigi Maifredi, in der Endphase der Boniperti-Ära und inmitten der liberalistischen Nouvelle Vague, in der der Schein offenbar mehr zählte als die Substanz. Dort konnte der erfahrene „Giuanin” den Juve-Fans ihre letzte wahre Genugtuung schenken, bevor auch der Fußball in Italien in die „Zweite Republik“ eintrat und die alten Werte aus der Mode kamen. Und so machte sich unsereins auf, um im Ausland Ruhm zu erringen: als FC-Bayern-Trainer in München, wo er, – abgesehen von seiner legendären Wutrede gegen den Spieler Thomas Strunz in der Pressekonferenz 1998 –, den Bayern einen Titel bescherte. In Salzburg, wo er weiterhin siegte, bis nach Lissabon, wo er den ansehnlichen Trophäenschrank der Mannschaft Benfica zu bereichern half. Dazwischen das glücklose Intermezzo auf der italienischen Trainerbank: sein einziger, wirklicher beruflicher Misserfolg, der auch durch die – für uns verrückte – Entscheidung bestimmt wurde, Baggio von der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Korea auszuschließen.

Er beendete seine Zeit mit einem Höhepunkt an der Spitze der irischen Nationalmannschaft und kann nun seinem Lebensabend gelassen entgegenblicken, mit einer Bilanz, um die ihn viele beneiden werden, mit einer unvergleichlichen Gemütsruhe und der Gewissheit, alles gegeben und alles erreicht zu haben, was er im Leben erreichen konnte. Im Gegensatz zu manch anderen ist er sich dessen bewusst und tut nicht so, als stünde er noch im Mittelpunkt. Er versteht es, abseits des Rampenlichts zu leben, eine sehr seltene Tugend, die heutzutage unvorstellbar ist.

Sein legendärer Satz lautet: „Sag nicht Katze, wenn du sie nicht im Sack hast“. Jetzt kannst du „Katze“ sagen, lieber Trap, aber wir wissen, dass du es nicht tun wirst.

Lieber Trap, jetzt kannst du „Katze“ sagen! ultima modifica: 2024-03-18T10:04:00+01:00 da ROBERTO BERTONI BERNARDI
Iscriviti alla newsletter di ytali.
Sostienici
DONA IL TUO 5 PER MILLE A YTALI
Aggiungi la tua firma e il codice fiscale 94097630274 nel riquadro SOSTEGNO DEGLI ENTI DEL TERZO SETTORE della tua dichiarazione dei redditi.
Grazie!

POTREBBE INTERESSARTI ANCHE:

Lascia un commento